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Nachwuchsforschungsgruppe 5:

DEDIS

Deli­be­ra­ti­ve Dis­kus­sio­nen im Social Web. Ver­bes­se­rung der Qua­li­tät und Wir­kung öffent­lich-poli­ti­scher Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern durch Mode­ra­ti­on und Aggregation

Öffent­lich-poli­ti­sche Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on ist eine popu­lä­re Form der Online-Par­ti­zi­pa­ti­on. Sie fin­det statt, wenn Bür­ge­rin­nen und Bür­ger poli­ti­sche Nach­rich­ten im Social Web öffent­lich dis­ku­tie­ren, zum Bei­spiel auf Face­book und in den Kom­men­tar­be­rei­chen von Nach­rich­ten­me­di­en. Zuneh­mend prä­gen aber nicht die demo­kra­ti­schen Poten­zia­le das Bild der öffent­li­chen Dis­kus­sio­nen, son­dern Hass­kom­men­ta­re, Falsch­in­for­ma­tio­nen, Niveau­lo­sig­kei­ten. Statt posi­ti­ver Wir­kun­gen der Online-Dis­kus­sio­nen auf Mei­nungs­bil­dung und Par­ti­zi­pa­ti­on der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sieht man demo­kra­ti­sche Wer­te bedroht. Ers­te Stu­di­en zei­gen, dass das nied­ri­ge Niveau der Online-Dis­kus­sio­nen den sozia­len Zusam­men­halt gefähr­det, poli­ti­sche Mei­nun­gen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger pola­ri­siert, ste­reo­ty­pe Denk­mus­ter för­dert und Zugangs­hemm­nis­se auf­baut. Die Fra­ge­stel­lung des For­schungs­vor­ha­bens lau­tet deshalb:

Wie kön­nen Qua­li­tät und Wir­kung der öffent­lich-poli­ti­schen Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern im Inter­net ver­bes­sert wer­den? Dies ver­weist auf den deli­be­ra­ti­ven Aspekt die­ser Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on, also auf ihr Poten­ti­al, poli­tisch rele­van­te Streit­fra­gen öffent­lich und respekt­voll zu erörtern.

Ziel des For­schungs­pro­gramms 2017–2023 ist es, neue Maß­nah­men der Mode­ra­ti­on und Aggre­ga­ti­on von öffent­lich-poli­ti­scher Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on zu unter­su­chen und die­se für kom­mu­ni­ka­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Form von com­pu­ter­ge­stütz­ten Sys­te­men ver­füg­bar zu machen. Der Bei­trag zum Pro­gramm „Digi­ta­le Gesell­schaft“ liegt dar­in, dass die Maß­nah­men die zivi­le Par­ti­zi­pa­ti­on und Mei­nungs­bil­dung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ver­bes­sern und die öffent­li­chen Dis­kus­sio­nen für Medi­en und Poli­tik ver­wert­bar machen kön­nen. Damit tra­gen sie zu einer Stär­kung der Demo­kra­tie bei, und zwar dadurch, dass vie­le Men­schen an der Gestal­tung des digi­ta­len Wan­dels teil­ha­ben können.

Das For­schungs­pro­gramm ist durch zwei Pha­sen struk­tu­riert: In der ers­ten Pha­se wer­den neue Wege unter­sucht, wie die öffent­li­che Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mode­riert wer­den kann, um ihrer Ver­ro­hung und Radi­ka­li­sie­rung ent­ge­gen­zu­wir­ken (regu­lie­ren­der Ansatz). In der zwei­ten Pha­se wer­den neue For­men der Zusam­men­fas­sung und Aggre­ga­ti­on der Anschluss­kom­mu­ni­ka­ti­on auf ver­schie­de­nen Platt­for­men unter­sucht mit dem Ziel, sie für Poli­tik und Medi­en bes­ser nutz­bar zu machen (struk­tu­rie­ren­der Ansatz).

Das Unter­su­chungs­de­sign sieht eine inno­va­ti­ve Kom­bi­na­ti­on aus qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Metho­den sowie Com­pu­ta­tio­nal Methods vor. Die­se wer­den in inter­dis­zi­pli­nä­rer Zusam­men­ar­beit zwi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft, Poli­tik­wis­sen­schaft, Psy­cho­lo­gie und Infor­ma­tik umge­setzt. Die ent­wi­ckel­ten Maß­nah­men und Sys­te­me wer­den in Koope­ra­tio­nen mit natio­na­len und inter­na­tio­na­len Part­nern aus Wis­sen­schaft und Medi­en­pra­xis geprüft.

Beteiligte Hochschule

Projektbeteiligte

Nach­wuchs­grup­pen­lei­tung

Mit­ar­bei­te­rin

Mit­ar­bei­te­rin

Ver­ant­wort­li­che Professur